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Das Team der König-Heinrich-Schule in Fritzlar mit (von links) Silvio Nießner, Max Bergmann, Dennis Martens und Paul Hubweber mit (hinten mittig) dem Leiter des Aufgabenfeldes III (Mathematik, Biologie, Chemie, Physik und Informatik) Dr. Carsten Obach

| Wolfgang Dünkel
28.10.2014 Veranstaltungsrückblick 79 0

Schüler aus Fritzlar entwickeln "Smart Moving Detector"

- Quartett der König-Heinrich-Schule siegt bei "Invent a Chip"

- Mikrochip warnt vor leisen Elektromotoren im Straßenverkehr

IAC Nordhessen

Silvio Nießner, Paul Hubweber, Max Bergmann und Denis Martens mit der Siegerurkunde

| VDE

"Die Grundidee ist es, Fußgänger oder Radfahrer vor leisen, sich annähernden Elektrofahrzeugen über Vibrationssignale zu warnen und dadurch die Kollisionswahrscheinlichkeit zu verringern." Die vier Schüler der Jahrgangsstufe 12 haben mit ihrem innovativen Mikrochip den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz beim Schülerwettbewerb "Invent a Chip" erlangt. Sie setzten sich mit ihrem Projekt in einem Teilnehmerfeld von 2.500 Mädchen und Jungen durch, die in diesem Jahr beim Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Technologieverbands VDE mitmachten. Die Warnung vor den leisen Elektroautos soll besonders Fußgänger schützen: „Vor allem Seh- und Hörbeeinträchtigte können die deutlich leiseren Elektromotoren der Autos nicht mehr wahrnehmen“, erklärt das Quartett. Die Intensität der Vibrationssignale hängt dabei von der Geschwindigkeit des näher kommenden Fahrzeugs ab. Mittels Ultraschallsensoren wird die Entfernung und Geschwindigkeit eines Fahrzeugs gemessen und berechnet. Die Warnung erfolgt dann durch Vibrationssignale an einem Gürtel.

 

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Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, auf dem IaC-Stand der König-Heinrich-Schule Fritzlar (von rechts). Links neben ihm Dr. Carsten Obach, Leiter des Aufgabenfeldes III (Naturwissenschaften) der KHS und die Sieger des IaC-Wettbewerbs 2014

| Privat

Mit ihrem Prototyp überzeugten sie die Fachjury. Bisher ist das Projekt für Anschauungszwecke konzipiert, allerdings ist es durchaus möglich, das Design alltagstauglich zu machen, sind die vier Preisträger sicher. „Zunächst haben wir vor, mit einigen Fachleuten zu reden, um die Chancen unseres Systems als potenzielles Produkt in Erfahrung zu bringen“, sagen sie. Es sei auch ein Warnsystem denkbar, das je nach Wunsch an den Benutzer angepasst werden kann.

Bereits zum dreizehnten Mal in Folge initiierten das BMBF und der VDE den Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ab Klasse acht. Die Jugendlichen zeigen großen persönlichen Einsatz und investieren Ferien und Freizeit in ihre Projekte“, sagt Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender. Die besten zwölf Teams waren zu einem dreitägigen Workshop mit Profis an der Leibniz Universität Hannover ausgewählt worden, um dort das Chipdesign kennenzulernen.

Die Sieger-Teams erwartet jetzt neben vielfältigen Kontakten zu Industrie und Hochschulen und Einladungen zu Projektpräsentationen auf Messen auch die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Schüler aus Fritzlar...

Das Warnsignal kommt aus dem Gürtel und soll künftig die Gefahren durch die zunehmende Elektromobilität mindern: Paul Hubweber (18, von links)), Silvio Nießner (17), Denis Martens (18) und Max Bergmann (18) von der König-Heinrich-Schule in Fritzlar entwickelten den "Smart Moving Detector"

| VDE

"Invent a Chip" wird in der aktuellen Wettbewerbsrunde von zahlreichen Sponsoren unterstützt: Airbus, Bosch, Cologne Chip, Infineon, Mentor Graphics, Videantis und DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE.


Melanie Unseld
Öffentlichkeitsarbeit des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

Erneut brachte die Fritzlar-Homberger Allgemeine der HNA am 24.10.2014 einen Artikel über den Erfolg der vier Schüler der König-Heinrich-Schule, den wir mit freundlicher Genehmigung von Frau Ulrike Lange-Michael oben rechts zum Download bereit gestellt haben. Außerdem finden Sie hier den Online-Artikel der HNA vom 23.10.2014.

Und auch die König-Heinrich-Schule in Fritzlar brachte selbstverständlich einen Bericht über den Erfolg ihres Schülerteams um Dr. Carsten Obach, den Sie über diesen Link erreichen.

Wolfgang Dünkel
Öffentlichkeitsarbeit des VDE Kassel

(last update 28.10.2014)

 

Ursprünglicher Bericht nach der Vorauswahl vom 03.06.2014

Nordhessische Schüler sehr erfolgreich beim 13. VDE-/BMBF-Wettbewerb Invent a Chip

- König-Heinrich-Schule in Fritzlar und Oskar-von-Miller-Schule in Kassel in der Endrunde -

Die gemeinsame Initiative des VDE und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) suchte auch in diesem Jahr an über 3.000 Schulen ausgefallene Ideen für Mikrochips. Beteiligt hatten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis dreizehn von weiterführenden und berufsbildenden Schulen in ganz Deutschland. Zwölf Teams wurden ausgewählt und nahmen vom 9. bis 11 Mai an der Leibniz-Universität Hannover an einem Workshop am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) teil. Dort vermittelten ihnen Experten das notwendige technische Know-how für das Chipdesign.

Und unter diesen zwölf Teams waren zwei aus Nordhessen: Da sage noch einer aus dem Bundesgebiet, in unserer Region gebe es traditionell nur Landschaft, die "Kasseler Berge" der BAB A7, Kühe auf der Wiese, ansonsten aber nur einen Flughafen, über den angeblich die ganze Republik lacht. Nein, unsere Region ist nicht nur wachgeküsst, sondern schon lange hellwach! Nicht wachgeküsst von einer Prinzessin aus den vielfach bei uns entstandenen und gesammelten Märchen der Brüder Grimm, sondern von der leistungsbereiten Jugend, von den innovativen Unternehmen der Elektrotechnik und der Automobilindustrie, der zentralen Lage in Deutschland in Deutschland und Europa.

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Silvio Nießner & Max Bergmann

| Wolfgang Dünkel

So z. B. in Fritzlar, ganze 15 Autominuten vom südlichen Rand Kassels entfernt: Ihr Mikrochip soll warnen und den Verkehr sicherer machen. Silvio Nießner (17), Max Bergmann (17), beide im Bild rechts, Paul Hubweber (17) und Denis Martens (17), beide im Bild unten, von der König-Heinrich-Schule in Fritzlar beschäftigen sich, inspiriert zur Teilnahme von Dr. Carsten Obach, mit der Elektromobilität und ihren Auswirkungen. "Eine mögliche Gefahr besteht darin, dass vor allem Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer, die die deutlich leiseren Motoren der Autos nur noch schlecht oder gar nicht mehr wahrnehmen können, zu einer neuen Risikogruppe im Verkehr werden", stellen sie fest. Das möchten sie mit einem neuen Mikrochip verhindern.
"Unsere Chip-Idee richtet sich gegen diese immer größer werdenden Gefahren und soll zum Schutze jener dienen, die in einem elektrisch basiertem Verkehr zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein werden. Auch ist eine Verwendung bei Menschen mit einer Seh- oder Hörbehinderung denkbar und durchaus sinnvoll." Dazu soll der Verkehrsteilnehmer Informationen von einem Chip empfangen, ob er beispielsweise gefahrlos die Straße überqueren kann.

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Paul Hubweber & Denis Martens

| Wolfgang Dünkel

Oder auch in Kassel: Mehr Komfort und Energiemanagement möchte Tobias Talaj (21), im Bild unten, mittels Mikrochip beim Autofahren erreichen. "Eine der Möglichkeiten, die Energieeffizienz sowie den Fahrkomfort zu verbessern, ist die Modifikation der Suspension im Auto, so dass die Rückgewinnung von Energie aus Dämpfung der Ungleichheiten auf der Straße möglich wäre", erklärt er. Der Auszubildende der SMA Solar Technology AG sieht auch einen weiteren Vorteil: "Es ist die Möglichkeit, die Härte des Fahrwerks einstellen zu können." Dazu will er eine entsprechende Regelung entwickeln, das ACEM - Automotive Comfort and Energy Management. Die Idee der Schüler aus Fritzlar und Kassel hat die Jury des Nachwuchswettbewerbs "Invent a Chip" überzeugt. Nach Abschluss des Workshops bleibt sowohl den Fritzlarer Schülern der König-Heinrich-Schule wie auch dem Kasseler Azubi der Oskar-von-Miller-Schule Zeit bis September, um ihrem "smart vehicle warning assistant" bzw. "ACEM - Automotive Comfort and Energy Management" den letzten Schliff zu geben.

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Tobias Talaj

| Wolfgang Dünkel

"Die Mitteilung, dass sich ein Fahrzeug nähert, kann je nach Einsatzgebiet variieren. Denkt man an die Anwendung bei Sehbehinderten, bietet sich ein akustisches oder fühlbares Signal an", sagen Tobias Nießner und seine Mitstreiter aus Fritzlar. Und Tobias Talaj, der Azubi bei unserem korporativen Mitglied SMA Solar Technology AG ist, ergänzt: "Der Chip soll erstmals die Funktion eines Ladegeräts aufweisen, die gesammelte Energie messen sowie durch Änderung der Last die Härte der Dämpfung ändern können". Die Schüler aus Fritzlar und Kassel setzten sich mit ihren Projekten in einem Feld von über 2.500 Teilnehmern durch. Bereits zum dreizehnten Mal veranstalten der VDE und das BMBF den Wettbewerb. Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, Vorstandsvorsitzender unseres Verbandes, ist sich sicher: "Die Teams haben die Möglichkeit, sich mit einer faszinierenden Technologie auseinanderzusetzen und schon erste Schritte Richtung Studium oder Beruf zu machen."

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Dipl.-Ing. Dipl.-BPäd. Michael Ruks (v. li.) freut sich mit dem Auszubildenden der SMA Solar Technology AG und Schüler der Oskar-von-Miller-Schule Tobias Talaj über den Erfolg, unter den knapp 200 eingereichten Projekten unter die besten zwölf gelangt zu sein.

| Wolfgang Dünkel

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf den "Smart Cities". 70 Prozent der Weltbevölkerung werden schon 2030 in Städten leben, eine Herausforderung auch für den technologischen Fortschritt. "Vom intelligenten Verkehrssystem über Chips für Straßenlaternen, einer besseren Steuerung von Rettungsfahrzeugen oder Solaranlagen bis zum ABS für Fahrräder sind viele spannende Projekte dabei", so Zimmer. Die besten und originellsten Chip-Entwürfe werden dann am 20. Oktober auf dem VDE-Kongress "Smart Cities" in Frankfurt der Öffentlichkeit präsentiert und ausgezeichnet. Dort lockt neben attraktiven Geldpreisen von bis zu 3.000 Euro auch die Aufnahme in das Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und vielfältige Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie die Präsentation der eigenen Projekte auf Messen und Technikveranstaltungen.

Auch den Medien in Nordhessen war dieser Erfolg einen Artikel wert:

Wolfgang Dünkel
Öffentlichkeitsarbeit

(last update 03.06.2014)